Im beruflichen Alltag kann es zu Konfliktsituationen zwischen Mitarbeitern kommen. Ungelöst können diese einen negativen Einfluss auf das Betriebsklima haben und in der Folge auch die Leistungsfähigkeit der Angestellten beeinflussen. Aus diesem Grund gilt es, als Chef aktiv zu werden. Die Frage ist nur: Wie?
Im Dialog mit Führungskräften erzählen mir diese immer wieder von Disputen zwischen ihren Mitarbeitern. Meine Frage lautet dann: „Und, was haben Sie getan?“ Die Antwort: „Nichts, das wird schon wieder!“ Aussitzen – eine beliebte Strategie, die allerdings meist nicht aufgeht. Im Gegenteil: Die Spannung zwischen den Mitarbeitern wächst, überträgt sich auf andere Kollegen und in der Konsequenz überschattet der Konflikt den kompletten Büroalltag. Krankheitsbedingte Ausfälle und womöglich schlechtere Arbeitsleistungen sind die Folge. Aus diesem Grund ist es wichtig, zwischenmenschliche Konflikte zu lösen.
Unternehmenserfolg abhängig vom Betriebsklima
Führungskräfte haben nicht nur die Aufgabe, die gesetzten Unternehmensziele zu erreichen. Sie haben auch eine Verantwortung ihren Mitarbeitern gegenüber, eine sogenannte Fürsorgepflicht. Diese gilt es ebenso wahrzunehmen, wie die rein wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens. Denn: Das Betriebsklima und der Spaß am Job haben einen direkten Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Dies belegen verschiedene Studien (siehe u. a. „Ein Drittel des Umsatzes hängt vom Betriebsklima ab“ oder „Wer im Job Spaß hat, arbeitet viel besser“ ).
Gehen Sie in den Dialog
Aus diesem Grund ist es wichtig, aktiv auf Mitarbeiter zuzugehen, wenn Sie von einem Konflikt erfahren. Dabei ist allerdings Fingerspitzengefühl gefragt: Zitieren Sie nicht beide Personen gleichzeitig in Ihr Büro mit der Frage „Wo haben Sie ein Problem?“ Gehen Sie einzeln auf die entsprechenden Angestellten zu. Hören Sie aktiv zu und bieten Sie Ihre Hilfe an.
Problem erkennen, Konflikt lösen
Wie das zwischenmenschliche Problem gelöst werden kann, hängt ganz von den betreffenden Mitarbeitern und dem Problem ab. Ob ein Sechs-Augen-Gespräch, ein Gespräch mit einem externen Mediator oder eine Teambildungsmaßnahme: Hier gibt es ganz unterschiedliche Lösungsansätze. Übrigens: Nicht jeder Konflikt zwischen zwei Personen findet dort seine Ursache. Auch die private Lebenssituation (z. B. Scheidung) und die gesundheitliche Konstitution eines Menschen beeinflussen die zwischenmenschliche Kommunikation. Manchmal hilft hier schon ein „offenes Ohr“ des Chefs, ein „Drüber-Reden-Können“, um die bestehenden Spannungen zu lösen.
Fazit: Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter ernst und zwischenmenschliche Probleme nicht auf die leichte Schulter. Fragen Sie gezielt nach: „Was kann ich tun?“ Werden Sie hier aber nicht „übergriffig“. Helfen Sie nur, wenn das Gegenüber auch Hilfe möchte. Manchmal reicht auch schon, wenn Sie zuhören und Ihren Mitarbeitern das Gefühl vermitteln, ernst und wahrgenommen zu werden.
Frage: Wie gehen Sie mit Konflikten zwischen Ihren Mitarbeitern um?
Stefanie Dietz